in real life

Brandlog 5 – Alles wird gut

Donnerstag vormittag hatte ich richtig gute Laune. Es war ja nicht nur so, dass allgemein Fortschritt erkennbar war – ich hatte Nachricht erhalten, dass die Reinigung unseres Hausrats plangemäß durchgeführt und abgeschlossen wurde und in der Wohnung waren deutliche Spuren eines neuen Laminats zu erkennen – es zeichnete sich sogar ein Ende des Dramas ab: Der kommende Donnerstag stand bereits als Termin für die Umzugsfirma fest. Das Ende war greifbar!


Neues Laminat

Schon am Nachmittag war es dann aber auch wieder vorbei mit der guten Laune. Ich habe versucht, von irgendwem zu erfahren, wann denn die Arbeiten in der Wohnung abgeschlossen sein werden, wer wann die Abnahme durchführt und wann ich meinen Schlüssel wieder bekomme.

Als ich dann endlich den Bauleiter von der Sanierungsfirma erreiche, erzählt der mir, dass sie die Arbeiten abbrechen mussten, weil der Brand offenbar den Fußboden unseres Wohnzimmers mehr beschädigt hat, als geahnt. Der Boden ist zu wellig, als dass man da jetzt einfach so Laminat drüber legen könnte. Jetzt musste sich die Sanierungsfirma erst von der Gebäudeversicherung die Erlaubnis holen, mal in den Boden reinzuschauen, um dann ein neues Angebot zu verfassen, dass die Gebäudeversicherung dann freigeben muss. Es steht im Moment also völlig in den Sternen, wann sie das Angebot erstellen, wann die Versicherung das freigibt und erst recht welchen Umfang die Arbeiten dann haben werden und wie lange sie dann dauern werden. Liest hier überhaupt noch jemand mit?

Das ist alles sehr ärgerlich, weil ich hier ziemlich in der Luft hänge. Ich weiß nicht, um wie viele Tage mehr ich das Ferienappartment verlängern muss, ich weiß auch nicht, was ich dem Umzugsunternehmen sagen soll und so ganz allgemein hätte ich auch gerne wieder eine eigene Wohnung. Meine Laune ist jetzt also dementsprechend schlecht.

Was mich aber über alle Maßen ankotzt ist, dass mir niemand freiwillig irgendwas sagt. Ich hätte von alldem vermutlich nie etwas erfahren, wenn ich nicht hartnäckig allen hinterher telefoniert hätte. Von dem halben Dutzend Rückrufen, die mir allein in den letzten drei Tagen zugesagt wurden, habe ich genau einen bekommen. Ich bin fast geneigt, dankbar hinzuzufügen: Immerhin! Man weigert sich, mir Telefonnummern rauszugeben und die Informationen, die ich bekomme, verdienen in ihrer Dosierung das Prädikat homöopathisch.

Ich würde gern irgendwen anschreien, aber erstens weiß ich nicht so recht, wen – für die Situation an sich kann ja niemand was. Und zweitens bin ich mir nicht sicher, ob die Leute wirklich schneller arbeiten und sich mehr um mein Wohlergehen kümmern, wenn ich sie ausfallendst beleidige.

Immerhin sehen wir am Sonntag unsere Katzen mal wieder, während wir sie in ein neues Feriendomizil verschleppen. Die Überschrift ist übrigens ironisch gemeint.

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Kommentar

  1. Oh man – natürlich lesen und leiden wir mit – die großen und kleinen Katastropen des Alltags bleiben nur nicht aus. Magdalene war für 10 Tage im Krankenhaus und ich habe sie im guten AZ wieder zurückbekommen (laut Ärztebrief) – vergiss es – ich sage nur GRUSELIG – ist im Moment mein Lieblingswort !! Es ist aber auch wirklich gruselig 😉
    Wir hatten ja letztes Jahr das „Vergnügen“ wg. Fliesenarbeiten auf das Wohnzimmer fast ein 3/4 Jahr verzichten zu müssen – wir können es etwas nachempfinden. Nichts ist da wo es hingehört, kein Zuhause-Gefühl – was man nach viel und anstrengender Arbeit braucht – dann endlich Ziel in Sicht – und keiner fühlt sich zuständig!!! Das mit dem Hinterher-Telefonieren kenne ich nur zu gut – scheint seit ein paar Jahren normal zu sein. Man hängt ja nicht mit dem eingenen A.r.s.c.h. in der Luft – warum soll man sich also kümmern. Bin darüber auch stinkig – werde mich aber nicht weiter auslassen – Magda braucht ihr Abendbrot. – sagte ich schon …. gruselig! Nicht aufgeben!! Ich drücke Euch fest die Daumen, dass nicht noch eine Grundsanierung des Bodens folgt. Wenn die nur Ausgleichsmasse draufmachen müssen – geht es glaube ich zügig. Bevor Du schreist – besser schreiben. Wenn ich da jemanden telefonisch verfolgen soll – sag mir Bescheid. Ich habe da schon Übung drin – die Krankenkasse und div. Behörden zucken glaube ich schon zusammen, wenn sie meinen Namen hören – weiss gar nicht warum. Nein – habe nur meistens Zeit tagsüber zu telefonieren und kann den Leuten freundlich Dampf machen – im Zweifel täglich. Ansonsten Faxnummern besorgen und 2* die Woche nachfassen – anders geht´s nicht. – die Versicherung sollte Euch bald Schmerzensgeld zahlen! Auch dass am besten schriftlich anmahnen – telefonisch ist für die Katz!! Daran erinnert sich nämlich im Zweifel keiner!!
    Warum ziehen die Katzen denn wieder um?
    Ganz liebe Grüße an Euch Vertriebenen!!!!
    Bis bald!
    Connie