Aufschrei

Unter dem Hashtag #aufschrei tobt seit gestern eine beeindruckende Diskussion zum Thema Sexismus in der Gegenwart auf Twitter. Ausgelöst wurde sie offenbar durch die Artikel über den Sexismus innerhalb der Piratenpartei im Spiegel und über Brüderle im Stern und seit dem schildern auf Twitter Frauen und Männer ihre Erfahrungen die von harmlosen zwischenmenschlichen Interaktionen (geringer Anteil) über Alltagssexismus (die meisten) bis hin zu sexueller Belästigung und Vergewaltigung (leider viel zu viele) reichen. Die Debatte ist also mehr als aktuell und angebracht.

Aktuell sind die Texte unter #aufschrei übrigens schwer zu ertragen, weil es leider viele Arschlöcher da draußen gibt, die meinen, auch bei dieser Aktion noch beleidigen und relativieren zu müssen. Das ist dann die andere Seite dieses tollen Internets.

Nichts desto trotz ist die Aktion großartig, weil sie Bewusstsein schafft und vielleicht auch sowas wie ein Angebot zur Kommunikation zwischen Männern und Frauen sein kann. Immerhin hat die Diskussion es schon in den internationen Raum geschafft unter dem Hashtag #outcry.

Hier ist eine Liste mit sehr lesenswerten Artikeln und Zusammenfassungen, die ich wärmstens empfehlen kann. Nicht, weil sie das Thema abschließend abarbeiten und Lösungen bieten, sondern weil sie ein paar recht unterschiedliche und zum Teil auch gegensätzliche Positionen vertreten, die zum Nachdenken einladen. Wenn am Ende jeder ein klitzekleines bisschen drüber nachdenkt, dann hätte diese Aktion unglaubliches erreicht.

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3 Antworten auf Aufschrei

  1. Sten sagt:

    Ich verfolge das schon die ganze Woche, ist sehr interessant zu lesen wie altertümlich unsere moderne Gesellschaft doch ist.

    Andererseits, wenn Frauen behandelt werden wollen wie Männer, dann müssen sie irgendwie auch mit dem oft geschmacklosen Humor zurechtkommen. Ich meine wenn Sex and the city uns irgendwas gesagt hat, dann doch, dass Frauen unter sich nicht viel anders sind als Männer unter sich, warum können also nicht Frauen unter Männern oder andersrum genauso sein.

    Dass gerade Männer in höheren Positionen aber oft diese chauvinistischen Typen sind die jedes Klischee bedienen ist sehr bedauerlich. Scheinbar gehört es fast zum guten Ton und ist notwendig um Karriere zu machen.

    Noch ein Grund mehr warum ich froh bin, kein Top-Manager sein zu müssen ;-)

    • toba sagt:

      Sex and the city ist eine TV-Serie und nicht das echte Leben. Und selbst wenn es anders wäre, geht es ja nicht um die Frauen, die in der glücklichen Situation sind, dass sie sich frei ausleben können und nie diskriminiert oder belästigt wurden, sondern um die offenbar große Anzahl von Frauen, denen es Tag für Tag anders ergeht. Der Text “Es geht nicht um mich” beschreibt das recht treffend.

      Und es geht nicht um Humor, sondern um Herabsetzung. Da gibt es einen Unterschied.

  2. Sten sagt:

    Ja, das Problem ist aber, dass Männer es eben nicht als Problem ansehen, weil es es hinter dem Vorhang des Humors verbergen. Es runterspielen. Ich hab den Artikel der Spiegel Redakteurin gelesen, die mit den Piraten zu tun hatte, das war wirklich entsetzlich zu lesen. Vermittelte so richtig den Eindruck, was da für Männer am Werk sind. Affären erfinden, aus Neid oder sonstwelchen Gründen.

    Das mit Brüderle hat man noch abgetan unter die alten Herren haben das wohl schon mit der Erziehung verpasst bekommen, dass Frauen grundsätzlich Mäuschen oder Püppchen sind. Oder eben Mutti.

    Aber dass es bei den Piraten ebenso diesen Sexismus gibt, wenn auch in anderer fast noch schlimmerer Form, zeigt eigentlich dass noch immer ein sehr verzerrtes Bild der Frau herscht. Ehrlich gesagt bin ich am zweifeln, ob die “wahre” Gleichberechtigung so überhaupt möglich ist. Auf jeden Fall ist es nicht einfach damit getan, so zu tun als wäre man liberal. Und nur weil die Frauen bei uns ihre Haare offen tragen und wählen gehen dürfen, heißt es scheinbar noch nicht, dass sie in allen Gesellschaftsschichten auch gleich behandelt werden.

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