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Life Is Strange

Das Jahr ist gerade ein paar Tage alt, da habe ich schon den ersten Spieletipp für euch parat. Life Is Strange hat mich sofort gefesselt und bis zum Schluss nicht mehr losgelassen – wer die Story schon kennt, möge mir diese Metapher verzeihen…

Life Is Strange ist so eine Art Story-Adventure, wie man sie in letzter Zeit hauptsächlich von Telltale kennt, die unter anderem die Spiele zu The Walking Dead, Game Of Thrones, Back To The Future und so weiter gemacht haben. Die Machart ähnelt sich auf den ersten Blick, da auch Life Is Strange in Episoden aufgeteilt ist und es auch hier um Entscheidungen geht. Die Entscheidungen wirken sich hier allerdings nachhaltig aus und ich meine, dass sie auf emotionaler Ebene herausfordernder sind.

Die Story dreht sich um die Hauptfigur Max, die frisch auf der Blackwell Acadamy angekommen ist, einer Art Eliteschule mit dem Schwerpunkt Kunst, in ihrem Fall Fotografie. Max trägt dementsprechend immer ihre Polaroid-Kamera mit sich rum, mit der der Spieler viele Schnappschüsse machen kann und muss, die im Laufe der Story immer wichtiger werden. Max ist eigentlich ganz happy, zumal sie bereits vor 5 Jahren selbst noch in der Kleinstadt Arcadia Bay gelebt hat und jetzt endlich wieder mit ihrer besten Freundin aus der unbeschwerten Kindheit rumhängen kann. Aber natürlich liegt mächtig Ärger in der Luft: Überall hängen Fotos eines vermissten Mädchens, ein Typ fuchtelt mit Pistole auf dem Mädchenklo rum und Max hat Visionen eines Tornados, der über die Stadt hereinbricht.

Viel mehr will ich von der Story gar nicht verraten, nur vielleicht noch den Hinweis, dass die Story ziemlich gut und wenig vorhersehbar ist. Life Is Strange hat eine wunderbare Erzählform gefunden, die hier wie eine der besseren Serien serviert wird. Dank einiger subtiler Anspielungen weiß ich, dass das Spiel sich gerne auf einer Stufe mit den Stories von Twin Peaks, Twilight Zone oder Butterfly Effect sieht. Dem möchte ich ausdrücklich nicht widersprechen.

Bei all der Story kommt das Spielerische nicht zu kurz, überall gibt es etwas zu entdecken und immer mal wieder muss man kleine Rätsel lösen, die nie überfordern, aber auch nie einfallslos daherkommen – Zeitreise sei Dank. Gleichzeitig wird alles in einer äußerst dichten Atmosphäre präsentiert, der Soundtrack verdient hier nochmal ein gesondertes Lob!

Ein paar Punkte nerven allerdings: Allen voran ein nicht unwesentlicher Teil der Dialoge, die vor Teenie-Mädchen-Weltschmerz nur so triefen. Das ist nicht immer leicht zu ertragen und wird nicht besser dadurch, dass man bei der Präsentation nur auf das nicht immer perfekte Voice-Acting* zurückgreifen kann. Denn leider reicht die Grafik, die insgesamt zwar nicht perfekt aber doch stimmig ist, nicht aus, um die Charaktere in ihrer emotionalen Bandbreite wirken zu lassen. Da ist noch Potential.

Aber das Spiel funktioniert trotzdem und wer nicht völlig herzlos ist, wird auch emotional gepackt. Denn bei all den Teenie-Highschool-Klischees nimmt das Spiele seine Charaktere immer ernst und scheut auch nicht vor wirklich ernsten Themen zurück. Im Grunde kann man sich an den Entscheidungspunkten nie wirklich falsch entscheiden. Aber ich saß trotzdem ein paar mal fassungslos vor dem Bildschirm und wusste nicht, was ich tun soll.

Demnächst erscheint die Limited Edition, die etwas Artwork, Entwicklerkommentare und den Soundtrack enthält.

* Apropos Voice-Acting: Das Spiel ist nur in englischer Sprache verfügbar. Für andere Sprachen gibt es nur Untertitel.

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