in real life

Hurra, die Welt geht unter

Am Donnerstag konnte ich nicht einschlafen. Plötzlich war da dieser Geruch von Rauch im Schlafzimmer und seit dieser Geschichte reagiere ich auf sowas immer etwas panisch. Irgendwann war ich draußen und habe in der Nachbarschaft nach dem Feuer gesucht. Auflösung der Geschichte war ein Waldbrand in Brandenburg, dessen Rauch über die Stadt zog und, wenn man dem Hashtag #Waldbrand bei Twitter Glauben schenken durfte, für einige Panik in den zentraleren Stadtteilen gesorgt hat. Brandenburg, das Kalifornien Deutschlands.

Die Tage davor waren wir auf unserer üblichen Paddeltour im schönen Polen. Dieses Mal sind auf der Obra gepaddelt und ich poste bestimmt noch ein paar Fotos und so, war jedenfalls wie immer ein sehr schöner Tripp. Was die Freude – und auch das Wasser – anfangs etwas getrübt hat, waren Algen. Die meisten Seen, an denen wir vorbei kamen, waren grün und ich habe noch nie soviele tote Fische auf einmal gesehen. Das Highlight dieser apokalyptischen Stimmung war vielleicht die verendende Möwe an unserem Strand. 

Der Regen am Anfang unserer Tour hat die Lage für uns glücklicherweise etwas entspannt und die vielen Angler an den Ufern unserer Strecke deuteten auch darauf hin, dass die Fauna unter Wasser noch recht intakt war.  Aber der niedrige Wasserstand und die Schlieren der Algen auf der Oberfläche, das fühlte sich alles sehr kaputt an. Wie wird die Gegend aussehen, wenn die nächste Große Dürre kommt? Und die danach? Und danach?

Das waren mal zwei Beispiele, wo ich dem Klimawandel sehr nah war und beim Wirken zuschauen konnte. Das Ende der Welt wird offenbar heiß, trocken und stinkt nach totem Fisch.

Ansonsten ist die menschengemachte Klimakatastrophe noch gut vertreten in den Medien, neuerdings unter dem Schlagwort Heißzeit. Die Auswüchse sind größtenteils tragisch, wie in Amerika, wo reihenweise Football-Spieler an Hitzschlägen sterben oder in Hawaii, das gerade schon wieder einen Hurricane zu Besuch hat. Andererseits haben wir hier ein lustiges Video, wie Briten versuchen, in einem überfluteten U-Bahnhof trockene Füße zu behalten:

Ganz frisch rein gekommen ist die Nachricht, dass die Polarstern erstmals die Region nördlich von Grönland befahren konnte. Das Eis ist mittlerweile so dünn, dass der Eisbrecher dort offenbar ohne Probleme durch kommt. Diesen Meilenstein können wir dann also auch abhaken. 

Zum Abschluss noch ein kleine Visualisierung der Temperaturanomalien der letzten knapp 140 Jahre nach Ländern. Ich würde sagen, da ist schon ein kleiner Trend erkennbar. Zum Glück wird Klimaschutz ja bei uns mittlerweile richtig groß geschrieben. 

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