Deltawelle – Atme (Remix)

Auf einer der letzten Parties im Rosis im ausklingenden Jahr 2018 kam ich mit Franz ins Gespräch – Sänger der Berliner Indieband Deltawelle. Nun ist es leider so, dass immer dann, wenn sich herausstellt, dass mein Gesprächspartner Musiker ist, ich irgendwann relativ sofort das Thema Remix ins Gespräch bringe. Ich weiß, eine furchtbare Angewohnheit. Normalerweise bekomme ich dann ein freundliches Lächeln und ein Oh ja klar, da kann man sicher was machen und dann ist plötzlich das Bier alle oder die Natur ruft. Franz ließ sich drauf ein und so durfte ich den großartigen Song Atme schlimm verunstalten.

Sowas läuft ja nie nach Plan, man bastelt sich da meistens in die Richtung, in die der Song einen treibt und in dem Fall kam ein netter kleiner Indie-Electro-Track bei rum, der mich sehr an die frühen 2000er erinnerte, wo sowas in jedem Berliner Kellerclub lief. Ja doch, ist ganz nett geworden.

Ist vermutlich überall verfügbar, wo es so Musik gibt in diesem Internet hier.

Rangliste der Pressefreiheit 2019

Die Reporter ohne Grenzen haben die diesjährige Rangliste der Pressefreiheit veröffentlicht und dazu auch ein kleines Video veröffentlicht, in dem ein Song aus meinem neuen Album verwendet wurde.

Auf der einen Seite freue ich mich natürlich, wenn meine Musik unter die Leute kommt, auf der anderen Seite stimmt es mich schon etwas nachdenklich, plötzlich in so einem ernsten und wenig erfreulichen Kontext aufzutauchen.

Für die Reporter ohne Grenzen kann man übrigens hier spenden.

Album – Private Ark

Es kam auch für mich sehr überraschend, aber irgendwann so Ende 2018 hatte ich plötzlich schon wieder ein Album fertig. Es hieß da noch irgendwie anders und ein paar Kleinigkeiten waren noch nicht an ihrem Platz, aber es war da. Es war sogar soweit da, dass ich es einem ausgewählten Testpublikum zum Hören rüber geben konnte.

Die Veröffentlichung hat sich dann natürlich noch etwas gezogen, wie das immer so ist. Ist ja auch alles nur ein Hobby, da will man sich oder die Lieblingsgrafikerin nicht stressen. Außerdem ist es ja auch gut, immer etwas Abstand zum Werk aufzubauen, die Tracks mal etwas reifen lassen und so.

Und bei jedem Mal, wo ich mit frischen Ohren wieder reingehört habe, hatte ich ein Grinsen im Gesicht. Ich glaube, ich hatte noch nie soviel Spaß an der Musik wie bei diesem Album und bei jedem Mal Hören werde ich daran erinnert. Ich liebe dieses Album. Keine Ahnung, ob es das Beste ist, was ich je gemacht habe, aber ich liebe es so, wie es ist.

Kommen wir zu den Highlights. Besonders herausstechen dürften wohl die beide Städte in der Tracklist. Beides Tracks, wo man Geräusche aus den jeweiligen Städten hört. In Manchester musste ich das noch mit Handy improvisieren, aber ich wollte dieses geisterhafte Tram-Signal mit diesem irren Hall in den Häuserschluchten irgendwie einfangen. Ziel war es dann, einen möglichst britischen und industriellen Soundtrack um dieses Geräusch zu basteln.

In Stockholm hatte ich das Aufnahmegerät dabei, daher besteht auch der komplette Track aus Stockholmgeräuschen, bis auf die Drums. Man hört Schritte im Schnee, Fußgängerampeln und Vögel aus dem Skansen. Nur, dass ich aus den Ampeln die Instrumente und aus den Vögeln Dinosaurier gemacht habe. Keine Ahnung, ob das am Ende wirklich zu Stockholm passt, aber für mich wird es wohl auf absehbare Zeit der Soundtrack zur Stadt sein.

In Manchester und Private Ark habe ich jeweils etwas mit Modularer Synthese rumexperimentiert. Ich bin damit noch nicht ganz warm geworden, muss ich zugeben, aber ein paar interessante Sounds sind bei rumgekommen. Bei Private Ark bin ich übrigens sehr stolz auf die Flächen im Mittelteil und das Klavier am Ende.

Und einer der merkwürdigsten Tracks steht ganz am Ende: Longest Summer. Ich weiß, wie ich den Song angefangen habe. Ich hatte ein neues Delay und hab das mal ausprobiert. Ich weiß aber nicht mehr was dann passierte. Zwischendurch wollte ich den Track auch mal komplett wegwerfen, was schade gewesen wäre, weil ich ihn für das Interessanteste halte, was ich bisher so komponiert habe.

Hier ist das gute Stück. Ich hoffe, ihr habt daran auch ein bisschen Spaß.

Ich möchte mich sehr herzlich bei allen Bedanken, die mir bei der Kunst unterstützend zur Seite standen: Die Lieblingsgrafikerin Kristin, ohne die es in euren Playern deutlich trostloser aussehen würde. Benjamin, der sehr oft probehören musste und ein paar schöne Ideen beigesteuert hat. Wolf und Heiko, die sich aufopferungsbereit als Testhörer zur Verfügung gestellt haben. Und natürlich meine Liebste, die das hier alles auf ihre Art unterstützt.


Ihr solltet das Album überall im Netz finden, wo man üblicherweise Musik findet, z.B hier, hier oder hier. Ihr könnt es auch direkt hier downloaden. Wem die animierten Videos gefallen haben, die ich letzte Woche gepostet habe, die gibt’s jetzt bei YouTube in voller Länge.
Das Album steht wie üblich unter freier Lizenz zur weiteren Verwendung zur Verfügung.

Creative Commons Lizenzvertrag

Private Ark von Six Umbrellas ist lizenziert unter einer Creative Commons Namensnennung – Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 International Lizenz.

Uijuijui – Mein Junge (Remix)

Vor knapp zwei Jahren habe ich für die Jungs von Uijuijui meinen zweiten Remix gemacht. Der Track heißt neuerdings* Mein Junge und vertont ein blutiges Familiendrama, dass die gescheiterte Beziehung zwischen Mutter und Sohn in ein lyrisches Gewand kleidet.

Während das Original das Thema in ein verkopftes Prog-Rock-Kostüm zwängt, habe ich mich beim Remix natürlich für das viel passendere Sujet aus Techno mit viel Vocoder entschieden.

Es hat etwas gedauert, bis sowohl Original als auch Remix das Licht der Welt erblickten. Aber was lange wartet, wird endlich gut. Zu hören ist Ballade von Mutter und Sohn auf dem neuen Album der Hamburger mit dem schönen Titel Es ist kompliziert (Bandcamp-Link). Es ist ein sehr schönes Album.

Den Remix findet ihr auf dem dazugehörigen Remix-Album Es ist noch komplizierter (Bandcamp-Link). Das ist noch schöner, was ich vollkommen unbefangen feststellen möchte. So oder so: Viel Spaß mit dieser schön verrückten Musik!

*Der Track hatte ursprünglich den viel schöneren Titel Meen Dschung und ich persönlich möchte diese Namensänderung gerne anprangern. So.

Breitband

Auf dem DLF Kultur läuft einmal wöchentlich eine Sendung namens Breitband, von der ich bisher nicht allzu wusste außer, dass sie auch freie Musik oder Netzmusik spielen, also Musik unter CC-Lizenz, wie auch ich sie mache. In der heutigen Ausgabe wurde auch meine aktuelle Single Magic gespielt, weswegen ich natürlich auch mal reingehört habe.

Und das war ziemlich cool. Ich lasse die spannenden politischen und journalistischen Themen jetzt mal außen vor, auch wenn das alles wirklich interessant war. Was mich aber wirklich beeindruckt hat, war die Auswahl und Qualität der ausgewählten Netzmusik. Auch wenn ich solche Musik selber produziere, kriege ich kaum mit, was da draußen so für Perlen existieren und wie viele es davon gibt.

Kuratiert wurde die Liste von Roland Graffé, der u.a. auch den Podcast Machtdose betreibt, den ich euch aus dem gleichen Grund ans Herz legen möchte.

Schön, dass es noch so viele und so tolle Plattformen für freie Musik gibt. Die werden alle von mir hören, wenn das neue Album kommt. Also bald 😉

TL;DR: Mein Song war im Radio – deutschlandweit im DLF Kultur – und ihr könnt die Sendung in der Mediathek sicher noch eine Weile nachhören, was ihr unabhängig von meinem Song auch tun solltet.

Magic

Irgendwer sagte mal: „Mache alles zur Kunst!“ Dieses Zitat, dessen Urheber ich zu googlen gerade zu faul bin, ist irgendwie hängen geblieben und nicht, dass es tatsächlich ein Lebensmotto geworden wäre, aber so hin und wieder bahnt es sich seinen Weg in mein Bewusstsein und dann filme ich meine betrunkenen Freunde, wie sie zu peinlicher Musik unfassbar toll abdancen und mache daraus ein Musikvideo. Zu völlig unpeinlicher Musik, versteht sich.

Magic ist die erste Single aus dem neue Album, das quasi schon in seinen Startlöchern steht. Mix, Master und Artwork benötigen noch den entsprechenden Feinschliff, aber haltet im Januar mal Augen und Ohren offen, es lohnt sich!

Leider bestanden alle Beteiligten darauf, ausreichend anonymisiert zu werden. Notgedrungen habe ich diesem Wunsch nachgegeben.

Ich wünsche euch schöne Feiertage und viel Spaß mit Magic.

Ihr könnt den Song hier oder bei Bandcamp kostenlos runterladen und er steht auch wieder unter freier Lizenz zu weiterer Nutzung zur Verfügung.

Creative Commons License

This work is licensed under a Creative Commons Attribution-ShareAlike 4.0 International License.

Ad Astra – Das Video

Pünktlich zum Ende der Urlaubssaison kommt hier die Musikvideo gewordene Liebeserklärung an den Road Trip, an die Reise, an das Abenteuer, an dessen Ende man ja oft auch irgendwie am Strand und oder am Lagerfeuer sitzt und in die Sterne schaut. Ad Astra

Eigentlich hätte das Video den Album-Release supporten sollen. Wie man das halt so macht, ne? Aber es ist nicht fertig geworden, meine Ambitionen waren größer, als es das Rohmaterial zuließ. Vorenthalten wollte ich es euch dennoch nicht, denn ich mag den Track sehr und ich mag auch die Bilder, die wir seinerzeit auf unseren beiden Kroatien-Tripps aufgenommen haben – wo auch schon She Does Her Best verfilmt wurde. Es ist also mein kleiner Urlaubsfilm, bei dem ich die Hoffnung hege, dass er vielleicht noch ein zwei anderen Leuten von euch gefällt. 

Das Album Ad Astra ist übrigens nach wie vor überall verfügbar und kann sogar hier kostenlos runtergeladen werden.

Six Umbrellas goes VR

Es ist schon erstaunlich, wo man mit seiner Musik so alles landen kann, wenn man sie für umme raus haut. Meine Songs haben es schon in Podcasts, Radio, Zeitschriften und sogar ins Weltall geschafft. Und nun gibt es Six Umbrellas auch in der Virtuellen Realität! 

Das Spiel heißt Towards A Perilous Journey und wurde von dem französischen Indie-Studio Sparkly Games entwickelt. Im Moment ist es nur für PC via Steam erhältlich und es setzt zwingend ein VR-Headset vorraus. Was leider auch der Grund ist, weshalb ich es selber bisher nicht testen konnte. Aber die Musik ist großartig, soviel kann ich schon sagen! 

Six Umbrellas im Interview

Falls ihr schon immer mal meiner engelsgleichen Stimme lauschen wolltet, wie ich meine halbgaren Ansichten zum Thema Musikvertrieb und Creative Commons zum Besten gebe: Die Leute von HyperR@dio haben da was für euch!

HyperR@dio ist ein Podcast, der sich auf Interviews und Creative Commons spezialisiert hat und mal einen Blick hinter die Kulissen der freien Musiklandschaft bieten will. In diesem Rahmen haben sie mit mir ein Interview geführt, dass ihr euch hier anhören könnt. Zwischen sehr vielen Ähs und Ähms versuche ich ein paar schlaue Dinge zum Thema zu sagen. Es werden so Fragen geklärt, warum ich unter CC-Lizenz veröffentliche, worin ich die Chancen von CC sehe und wie die Zukunft von CC-Musik aussehen könnte und noch einiges Mehr. Wer keine halbe Stunde Zeit hat, sich das ganz anzuhören: Hört wenigstens mal in das Intro rein! Das ist super!

Ich leg einfach mal offen, wie das ablief: Mir wurden die Fragen zugeschickt und ich habe meine Antworten zu Hause eingesprochen und aufgenommen. Da ich kein geübter Sprecher oder gar Podcaster bin, war das natürlich eine mittelgroße Herausforderung und ich schätze mal, dass da auch noch Luft nach oben ist, was das Ergebnis betrifft. An einigen Stellen habe ich mich etwas vertan, bei den Dingen die ich gesagt habe. Um beispielsweise die Behauptung wahr werden zu lassen, es würden tausende Youtube-Videos mit meiner Musik existieren, müsste jetzt noch ganz schnell eine gewisse Anzahl von euch – sagen wir mal, im oberen dreistelligen Bereich – ganz schnell irgendwelche Videos mit meiner Musik vertonen und online stellen. Macht das ruhig mal, steh ich nicht ganz so dumm dar.

Außerdem ist das ein sehr komplexes Themenfeld, bei dem ich lange nicht alles gesagt habe, was ich theoretisch dazu zu sagen hätte. Im Nachhinein sind mir noch einige schlaue Dinge eingefallen, die der einen oder anderen Frage noch etwas besser entsprochen hätten. Vielleicht hätte ich mir ein Skript schreiben sollen oder sowas. Aber das wär ja wie Schummeln.

Ihr könnt euch den Podcast aktuell auf hyperradio.net anhören oder später – falls die Folge von der Startseite verschwunden ist – die MP3 direkt runterladen. Viel Spaß beim Anhören.

Danke an HyperR@dio für das nette Interview und das großartige Intro!