Martin Tetzlaff – Paul (Remix)

Mit Paul hat mir Martin dieses Mal einen deutlich getrageneren und thematisch auch düstereren Song zum Remixen rübergegeben, als beim letzten Mal. Tatsächlich dachte ich kurz vorher noch darüber nach, mal wieder etwas mit Downbeats zu machen, ein wenig Trip Hop vielleicht, und hier fiel mir die perfekte Gelegenheit dafür in den Schoß.

Außerdem experimentiere ich hier mit einem kleinen modularen Setup etwas rum, was in Kombination mit dem Tempo fast automatisch zu einem drohnigeren Klangambiente führt. Das ist Musikersprech, für getragene, eintönige und langweilige Musik und normalerweise ganz und gar nicht mein Sound. Aber…

… ich liebe alles daran. Für mich passt das einfach unglaublich gut zu der Stimmung des Songs und es passt auch thematisch zu der Story, die der Song erzählt. Es ist beklemmend, intensiv, dramatisch und auch ein wenig bedrohlich. Und irgendwie hat es auch etwas Unausweichliches. Nun ja, normalerweise nicht mein Sound, aber ich bin sehr dankbar für die Gelegenheit, auch mal diese etwas andere musikalische Perspektive einnehmen zu dürfen.

Martin hat für den Song ein perfektes Video gedreht. Und dann hat er daraus auch mal eben noch ein perfektes Video für meinen Remix geremixt. Remixception!

Martin Tetzlaff – Paul (Six Umbrellas Remix)

Mein Remix von Paul ist als B-Seite auf Martins aktueller Single Hospital erschienen. Ihr findet beide Songs überall, wo ihr Musik hört und natürlich auch auf Bandcamp. Und auch für diese neue Single gibt es ein großartiges Video.

Endless Summer by Sally Reynolds

VFX-Künstlerin Sally Reynolds hat diese wunschöne Animation für meinen Track Longest Summer vom Album Private Ark erstellt. Mit Hilfe von GAN-AI morpht sie übergangslos zwischen den Gesichtern aus klassischen Portraitgemälden und lässt so einen hypnotisierenden Effekt entstehen.

Ich bin total begeistert davon, weil das so unfassbar gut zu der Musik passt und zu dem, was ich mir bei dem Track damals eigentlich dachte. Die Musik schwankt zwischen beklemmender Angst und einem Gefühl von Glückseeligkeit und Sorglosigkeit. Letzteres, weil ein perfekter Sommer sich eben genau so anfühlen sollte. Aber die Fröhlichkeit kippt schließlich, wenn dieser Sommer nie endet. Der erlösende Regen bleibt aus, die Felder verdörren und die Seen kippen. 2018, als ich den Track schrieb, war so ein Sommer. Der erste längste Sommer.

In dem Video oszillieren die Gesichter genauso zwischen Fröhlichkeit und Depression, zwischen verspieltem Flirt und Morddrohung, zwischen Leichtigkeit des Seins und Weltschmerz. Hach.

Mehr von Sallys Arbeiten findet ihr hier.

Album – Serenity

Mein Distributor meint, es wäre nur eine EP, aber ich insistiere: Es ist ein Album. Ich finde, sieben Tracks mehr als ausreichend und die knapp über 30 Minuten Laufzeit passen quasi perfekt zu meinem täglichen Arbeitsweg, wenn ich etwas Pech mit den Wartezeiten habe.

Serenity ist als Titel vielleicht etwas kitschig und abgedroschen, aber er passt einfach. Serenity – Gelassenheit – heiterer Gleichmut. Ist nicht so, dass ich in diesem vergangenen halben Jahr nicht auch völlig gegenteilige Emotionen verspürt hätte. Aber, und das ist auch für mich überraschend, nichts davon schlägt sich in meiner Musik nieder. Es ist viel mehr so, dass die Musik mein Rückzugsort ist, mein sicherer Hafen, meine private Arche. Naja, und so weiter. Kitschig und abgedroschen.

Ich mag, was dabei rausgekommen ist. Sehr. Es ist immer schwer, so ein Album am Release-Tag wirklich einzuordnen, so für mich persönlich, dafür ist mir gerade noch jeder Ton zu nah. Aber ich bin gerade sehr begeistert von der Musik und das ist ein gutes Gefühl.

Ein paar Details zur Produktion: Die Tracks sind im letzten Halbjahr in ziemlich genau der Reihenfolge entstanden, wie sie auf dem Album zu hören sind. Nur die letzten beiden wurden getauscht. Ich habe mir einen neuen Synthesizer gekauft, das Moog Subharmonicon, was jetzt hier zusammen mit der Moog Mother32 meine analoge Werkbank stellt. Das schlägt sich in einigen Tracks nieder, mal subtil, mal waren sie auch die Hauptklanggeber, gerade zum Ende hin. Circus wurde mehr oder weniger vom Subharmonicon geschrieben.

Ich habe auch wieder ausgiebig gesampled. In den Tracks gibt es u.a. Aufnahmen von Demonstrationen, Skateparks und einem nächtlichen Ping Pong – Match zu hören. Letzteres war schließlich sogar titelgebend, auch wenn das der Track mit Vocals ist, die thematisch etwas anders gelagert sind. Aber gut, Klänge und Stimmen, das passt schon.

Am Ende war es eine sehr spontane Entscheidung, nach so kurzer Zeit erneut ein Album zu veröffentlichen und es blieb gar nicht so wahnsinnig viel Zeit, die Dinge zu finalisieren und rauszuhauen. Um so dankbarer bin ich für den Support und das Feedback meiner Testhörer: Benjamin, Wolf und Heiko! Danke, dass ihr euch die Sachen so geduldig angehört habt, als sie noch lange in keinem hörbaren Zustand waren.

Ich hoffe, ihr habt Spaß an den Tunes. Wie immer stell ich das Album unter Creative Commons Lizenz CC-BY-SA zur Verfügung. Ihr könnt die Musik also in euren Videos, Podcasts oder Games etc. entsprechend verwenden. Wenn ihr euch unsicher seid, fragt kurz nach. Ich hab bisher noch niemanden abgelehnt.

DownloadBandcampStream or Buy

Vincent Teetsov – Bones All Around (Remix)

Das ist mein mittlerweile dritter Remix für Vincent und aus Versehen geht es darum um ein leider sehr relevantes und aktuelles Thema. Ich habe mir von seinem aktuellen und hervorragenden Album The Place Called Home den Track Bones All Around ausgesucht. Darin geht’s um Zensur zu Sovietzeiten und mit welcher Hingabe und Findigkeit diese Umgangen wurde.

Zu der Zeit, bevor Bandgeräte oder gar Kassettenrekorder verfügbar waren, wurden illegal eingeschleuste Vinylplatten auf alt Röntgenaufnahmen kopiert. Es geht also um wabblige Plastikscheiben, in denen mit der Zigarette ein Loch gebrannt wurde, damit man sie ein paar Mal auf dem Plattentelle drehen lassen konnte, bis mehr Rauschen als Musik aus den Boxen kam. Und was man dann sah, waren Knochen, die sich immer im Kreis drehten: Bones All Around.

Ich mag diese Geschichte total, sie erinnert mich ein bisschen an meine Kindheit in der DDR und die Leidenschaft mit der z.B. mein Vater ganze Kassettenstapel mit verbotener Musik aus dem kapitalistischen Ausland füllte. Er hatte es einfacher, aber die Motivation und Umstände waren sehr ähnlich. Das könnte uns heute zeigen, mit welcher Beharrlichkeit sich Menschen gegen Zensur wehren und wie wichtig Kunst und Kultur für unser Leben sind.

Man nennt das ganze auch Knochenmusik oder auf Englisch auch Bone Music, falls ihr mehr darüber erfahren wollt. Im Russischen könnte es roentgenizdat heißen, falls ihr mal in eurem Bekanntenkreis rumfragen wollt.

Download

Okay, zur Musik: Dank der Arpeggiators, die ich da reingebastelt habe, bin ich recht früh auf so ein Animal Collective – Gefühl gekommen und habe das ein bisschen weiter verfolgt, bei den Drums und den Vocals. Das hat zum einen dazu geführt, dass der Remix ziemlich anders klingt, als das, was ich sonst so mache und zum anderen bringt das auch noch einen kleinen nerdigen Twist: Animal Collective beziehen sich recht stark auf ihre Beach Boys – Einflüsse und Vincent hat in seinem Text sehr eindeutige Bezüge zu den Beatles. Jupp, das wars schon. Ich fand es wichtig, das zu erwähnen.

Hoffe, euch gefällt der Track. Ihr könnt ihn kostenlos runterladen auf Vincents Bandcamp-Seite, wo ihr euch auch das Original anhören könnt und selbstverständlich auch in sein Album reinhören solltet. Lasst etwas Liebe da!

DRIP DRIP DRIP

Meine Musik hat mal wieder den Weg in die Pixelwelt gefunden! Der Indie-Entwickler TURBO.TORBO hat ein faszinierendes kleines Pixelkunstwerk geschaffen, dass melancholisch zwischen existentieller Panik und philosophischer Ewigkeit changiert. Gar nicht schlecht für eine Spieldauer von etwa 5 Minuten (wenn man nicht stirbt).

Wenn ihr was mit Games anfangen könnt, bitte mal runterladen und ausprobieren. Lohnt sich!

Wer nicht selber spielen will, kann sich hier ein Lets Play anschauen:

Adrian Carter – The Loser (Remix)

Vor einer gefühlten Ewigkeit fragte Adrian Carter auf Twitter, ob nicht jemand Bock hätte, seinen neuen Track The Loser zu remixen. Hier könnte der Text eigentlich enden.

Weil das jetzt schon wirklich ne Weile her ist, kann ich mich nicht mehr allzu genau an den Entstehungsprozess erinnern, aber ich hab den Track seit dem in meinem Player und hol den alle paar Tage oder Wochen mal wieder raus und bin jedes mal wieder aufs neue ein bisschen verliebt. Ich finde, der fühlt sich recht fett und rund an. Außerdem mag ich, was ich da in der Mitte mit den Vocals gemacht habe. Aber hört selbst!

Die Single und der Remix sollten eigentlich überall verfügbar sein. Am besten aber schaut ihr direkt mal in Adrians Bandcamp vorbei. Das ist viel gutes Zeug dabei!

Naicke – 100.000 Fragen

Erinnert ihr euch an Naicke, die vor knapp einem Jahr einen wundervollen Text zu meinem Track Stockholm geschrieben und eingesungen hat? Sie hat es schon wieder getan. Dieses Mal hat sie sich den letzten Track von meinem neuen Album If Bliss Was Possible geschnappt – überall erhältlich, wo Musik im Internet erhältlich sein sollte!

Im Original heißt der Track Better Off. Naicke hat daraus jetzt aber einen echten Song gemacht der den schönen Titel 100.000 Fragen trägt. Ein wunderschönes Video gibt’s obendrein noch dazu. Viel Spaß!

Naickes Website

Album – If Bliss Was Possible

Ich präsentiere: Mein Pandemie-Album!

Wobei einige der Songs schon länger hier rumliegen und auf dem Album eigentlich die Werke zusammen getragen wurden, die in den letzten zwei Jahren entstanden sind, ganz ohne Konzept und größeren Zusammenhang. Dennoch ist der Großteil unter dem Eindruck der Pandemie entstanden oder hat in dem Zeitraum das Finishing erfahren.

Persönlich fand ich diese Zeit gar nicht mal so toll, umso überraschter war ich am Ende, als mir auffiel, dass die allermeisten Songs eher einen positiven und manchmal gar fröhlichen Vibe hatten. Eskapismus wahrscheinlich. Aber wie gesagt, ein Konzept oder Plan steht nicht dahinter, es zieht mich offenbar eher ins Kitschige und ich find das gar nicht so schlimm, wenn ich ehrlich bin.

Vielleicht ein paar nennenswerte Details zu einigen Songs: Der Titeltrack If Bliss Was Possible und Mothership habe ich hauptsächlich mit meinem kleinen Hardware-Synth zusammengeschraubt. Wedding Drums heißt so, weil ich da ein kleines Sample einer türkischen Hochzeit aufgenommen habe, die immer mal wieder gegenüber meines Büros stattfinden. Timelessness ist der jüngste aller Tracks und innerhalb eines Nachmittags entstanden, als ich ein neues Delay ausprobieren wollte.

Der größte Ausreißer im Album ist vermutlich Highland Princess. Der Song ist fast ausschließlich aus Field Recordings entstanden, die ich auf einer Schottlandreise aufgenommen habe – bis auf Kick und Snare halt. Und das Piano. Das hat Spaß gemacht. Durch einen dummen Zufall ist mir dann auch noch eine Video-Idee für genau diesen Track eingefallen und ich habe mal wieder mehr Zeit als ich öffentlich zugeben möchte in diese recht alberne Idee investiert. Aber auch das war ein großer Spaß:

Das Album ist wie immer überall erhältlich, wo man digital Musik hören oder kaufen kann, bei SoundCloud oder beim Free Music Archive. Hier kann mans auch runterladen.

Es steht außerdem wieder unter der Creative Commons Lizenz CC-BY-SA zur Verfügung. Die Songs können somit kostenfrei für Videos, Podcast, Games oder dergleichen verwendet werden, solange entsprechend kenntlich gemacht wird, dass die Songs von mir kommen. Im Zweifel fragt einfach nach.

Martin Tetzlaff – Seascape (Remix)

Martin ist eines dieser Berliner Originale, von denen man so hört. Wenn man sich in ein bisschen im Berliner Nachtleben rumtreibt – vorzugsweise da wo Indie nicht das falscheste Label wär – dann stehen die Chancen nicht schlecht, dass man ihm früher oder später über den Weg läuft. Mir passiert das jetzt seit bestimmt fast schon 20 Jahren immer mal wieder.

Legendär ist seine alljährliche Geburtstags-Extravaganza, ein kleines Mini-Festival, dass den finsteren Berliner Winter aufhellt, wo er befreundete Künstler auf die Bühne und alle Freunde und Freunde von Freunden zum Tanzen einlädt. Seine eigenen Projekte und Bands sind natürlich auch mit am Start.

Derer gibt’s übrigens viele und natürlich haben wir öfter mal über die lose Möglichkeit gesprochen, dass ich was remixen könnte – ihr kennt meine höfliche Zurückhaltung bei dem Thema. Trotzdem war ich sehr überrascht und auch ziemlich nervös, als er mir dann tatsächlich seine neue Single rüberschickte. Eine wunderschöne kleine Hymne auf die Nacht und die Liebe, auf ne Art jedenfalls. Jedenfalls hab ich den Song so gefühlt und entsprechend wenig subtil auf die Tanzfläche gehämmert. Wie ich das halt so mache.

Den Track gibts auf Bandcamp und natürlich überall, wo ihr sonst so Musik streamt. Viel Spaß!

Her Tree – Out Of The Woods (Remix)

Her Tree macht eigentlich total spannende Musik: Sie sammelt Samples im Wald und in der Natur und baut daraus faszinierende Klanglandschaften und sehr filigrane Electro-Popsongs. Als ich sie kennenlernte, hat sie aber nur ein schnödes Akkustik-Set ihrer Songs gespielt, als Support Act für die Band Friedberg. Das war natürlich trotzdem cool, nur eben nicht das, was sie normalerweise macht und was mir naturgemäß viel eher zusagt. Nur einen einzigen Song hat sie uns damals in der Original-Version gegönnt. Nur ein kleiner Einblick, aber der hat mich beeindruckt.

Nach dem Konzert, ich musste kurz auf jemanden warten, stand sie plötzlich vor mir und wie das so läuft, gehen einem irgendwann die Komplimente und der höfliche Small Talk aus und meine Übersprungshandlung in dieser spezifischen Situation ist leider immer, dass ich frage, ob ich nicht mal was remixen könnte. Ja, ich weiß, daran muss ich arbeiten. Weil sie aber offenbar eine sehr nette und höfliche Person ist, hat sie zu meiner Überraschung eingewilligt und ich durfte diesen Track hier bauen. Ich hoffe, ihr habt auch nur ansatzweise so viel Spaß beim Hören, wie ich beim Remixen hatte!

Her Tree bringt nächsten Monat ihr neues Album raus. Bis dahin gibt es schon eine Hand voll sehr guter Singles, die ich euch allen nur wärmstens ans Herz legen möchte. Das ist wirklich gute Musik.

Zum Vergleich: Den Original-Song findet ihr hier.